Die Hausratsversicherung muss zahlen, wenn Sie vor dem Verlassen der Wohnung die Kerzen ausblasen, es aber unterlassen, sich zu vergewissern, dass sie vollständig gelöscht sind. OLG Köln (AZ: 9 U 150/94).

Ebenso muss die Versicherung zahlen, wenn sie Kerzen anzünden und dann ungewollt auf dem Sofa einschlafen. OLG München (AZ: 20 U 5148/98).

Wer kurz aus dem Zimmer, so z.B. zur Toilette geht, muss nicht jedes mal die Kerze löschen. Die Hausratsversicherung muss daher bei einem Brand leisten. LG Hof (AZ: 13 O 471/99). Ebsno ist die Versicherung verpflichtet zu leisten, wenn der Freund seiner Freundin eben nur den Kaffee ans Bett bringen will und dann ihren Reizen erliegt. OLG Düsseldorf (AZ: 4 U 182/98). Auch bei einem Augenblickversagen, d.h. man wird abgelenkt und denkt nicht mehr an die Kerzen (hier Streit mit dem Sohn), muss die Versicherung zahlen. OLG Oldenburg (AZ: 2 U 161/99).

Rauchen im Bett unter Alkoholeinfluss ist grob fahrlässig und befreit die Versicherung von ihrer Leistungspflicht. OLG Oldenburg (AZ: 3 U 22/97).

Keine grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn man ein brennendes und heißes mit Spiritus gefülltes Fondue ohne Handschuhe durchs Zimmer trägt und es aufgrund des heissen Griffes fallen lässt. OLG Köln (AZ: 5 U 91/85).

Nach einem Einbruch muss die Versicherung umgehend informiert werden. Wenn dann trotz ausdrücklicher Aufforderung zur Eile die Stehlgutliste erst nach sieben Wochen eingereicht wird, macht sich der Versicherungsnehmer einer schweren Pflichtverletzung schuldig und verliert seinen Anspruch. OLG Köln (AZ: 9 U 419/00).

Die Hausratsversicherung muss bei einem Einbruch auch dann zahlen, wenn man nur für kurze Zeit die Wohnung verläßt und daher die Tür nur ins Schloss zieht, anstatt abzuschließen. Es liegt dann keine grobe Fahrlässigkeit vor. OLG Nürnberg-Fürth (AZ: 8 U 3803/96-07/96).

Der Versicherungsschutz der Hausratsversicherung bei Einbrüchen erlischt, wenn man die Wohnung verläßt ohne abzuschließen, OLG Frankfurt (AZ: 7 U 189/99).

Ferner, wenn man sein Auto auffällig mit Gepäck belädt und den Hausschlüssel im Briefkasten des Nachbarn deponiert und hierbei von Dieben beobachtet wird. OLG Celle (AZ: 8 U 255/94).

Verlässt man die Wohnung für zweieinhalb Stunden bei gekipptem Fenster, so liegt auch hier keine grobe Fahrlässigkeit vor und die Versicherung muss den entstandenen Schaden zahlen. OLG Hamm (AZ: 20 U 198/91-10/92).

Hat die Tür bereits aus einem vorhergehenden Einbruch ein Bohrloch und es kommt erneut zu einem Einbruch ist die Versicherung von der Leistung frei, denn das Nichtbeseitigen ist grob fahrlässig. LG Berlin (AZ: 7 O 201/89-8/90).

Wenn die Versicherung wegen Betrugsverdachtes einen Schaden nicht begleichen will, obwohl alle Anzeichen für einen Einbruch sprechen, so muss sie ihren Verdacht zweifelsfrei beweisen oder leisten. BGH (AZ: IVa ZR 341/88-4/91).

Ein einfaches Vorhängeschloss ist keine ausreichende Sicherung für wetvolle Gegenstände, die z.B. im Keller lagern. Daher muss die Hausratsversicherung den Schaden nicht ersetzte. OLG Frankfurt (AZ: 3 U 183/00).

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