Auf den ersten Blick saß der Pullover hundertprozentig und sah gut aus - zu Hause waren Sie schnell einer anderer Meinung. Der Händler jedoch wollte Ihnen den Pullover nicht zurücknehmen / umtauschen. Rechtens ?

Kurz nach dem Kauf eines Artikels sehen Sie den gleichen Artikel bei einem anderen Händler wesentlich günstiger und wollen daher den teureren Artikel zurückbringen. Der Händler weigert sich. Rechtens ?

Oft kommt es vor, dass man ein so eben gekauftes Stück, sei es Schmuck, Anziehware etc. doch nicht behalten möchte. Dann stellt sich die Frage, ob man die Ware umtauschen kann, dass heisst, dass der Händler den Artikel gegen das Geld zurücknehmen muss.

NEIN !! Der Händler ist Ihnen gegenüber nicht verpflichtet, den Artikel zurückzunehmen. Grundsätzlich gilt hier, dass zwischen Ihnen und dem Händler ein Kaufvertrag gemäß § 433 BGB zustande gekommen ist, der für beide Seiten bindend ist. Im Bürgerlichen Recht herrscht der Grundsatz , dass einmal geschlossene Verträge eingehalten werden müssen - somit besteht grundsätzlich kein Rechtsanspruch auf Umtausch einer mangelfrei gelieferten Ware. Dass heisst, der Händler muss die Ware liefern und Sie den Kaufpreis bezahlen. Ihnen steht nach Abschluss des Kaufvertrages kein Rücktritts- oder Widerrufsrecht mehr zu. Ausnahmen hiervon gelten nur bei bestimmten Verträgen (z.B. bei Kredit- und Versicherungsverträgen) und sind gesetzlich geregelt.

Auch wenn viele Händler einer Rücknahme zustimmen, ändert dies nichts an der Rechtslage. Diese Rücknahme geschieht lediglich aus Kulanzgründen. Sie haben somit auch kein Recht sich zu beschwerden, wenn der Händler die gekaufte Ware nur gegen einen Gutschein oder eine andere Ware zurücknimmt.

Kann ich ein Rückgaberecht vereinbaren ?

JA !! Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie die gekaufte Ware zurückgeben können, dann müssen Sie vor Abschluss des Kaufvertrages mit dem Händler ein Rückgaberecht ausdrücklich vereinbaren. Aus Beweisgründen sollte dies schriftlich geschehen, z.B. mit einem Vermerk auf dem Kassenbon mit dem Wortlaut "Rückgabe gegen Geld binnen 14 Tagen möglich". Wichtig ist hier, dass nicht von Umtausch die Rede ist. Bei einem Umtausch könnte man nämlich auch die Rücknahme der Ware gegen eine Andere oder gegen einen Gutschein verstehen. Aber auch hier ist es logisch, dass Händler bei bestimmten Artikeln, wie Unterwäsche oder Kosmetikartikeln ein Rückgaberecht verweigern.

Anders ist die Rechtslage bei berechtigten Reklamationen, dass heisst, wenn die Ware mangelhaft oder fehlerhaft ist. Ein Rücktauschausschluss wäre hier rechtswidrig. Das gilt auch bei Ausverkaufs- oder Sonderverkaufsware. Lediglich wenn vor dem Kauf ausdrücklich auf die Fehlerhaftigkeit der Ware (Schönheitsfehler, 2. Wahl, u. a.) hingewiesen wurde, ist in diesen Fällen eine Reklamation ausgeschlossen. Weiteres hierzu lesen Sie bitte in der FAQ Sachmängelhaftung.

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