Ein unterhaltspflichtiger Vater muss bei seiner Lebensplanung in allererster Linie an seine Kinder denken und darf nicht wählerisch sein. Notfalls muss er für ein Arbeitsplatzangebot auch umziehen. OLG Naumburg (AZ: 3 WF 202/99). Unterhaltspflichtige müssen sich auch um einen Vollzeitjob kümmern, den/die neue Lebensgefährten/in arbeiten zu lassen und selbst den Hausmann/frau spielen ist unzumutbar für die Unterhaltsberechtigten. BGH (AZ: XII ZR 308/98).

Wenn ein Unterhaltspflichtiger seine gut bezahlte Arbeit kündigt, um eine Fortbildung zu machen, so muss er während der Berufstätigkeit genügend Geld für den Unterhalt zurücklegen. OLG Naumburg (AZ: 8 WF 68/00).

Nimmt der Unterhaltspflichtige nach der Trennung einen besser bezahlten Beruf an, so muss die Unterhaltszahlung neu berechnet werden. Nach der Scheidung spielt ein höheres Einkommen dagegen keine Rolle mehr. OLG Köln (AZ: 25 UF 222/00-3/01).

Die Eltern eines studierenden Kindes haben solange Anspruch auf Kindergeld, bis die Examensergebnisse bekannt sind. FG Niedersachsen (AZ: 9 K 685/97 KI).

Sind die Kinder erst 7 und 10 Jahre alt, ist dem Unterhaltsberechtigten nicht zuzumuten eine Stelle anzunehmen, um den Unterhaltszahlenden zu entlasten. OLG Köln (AZ: 14 WF 107/01). Der gleichen Ansicht ist auch das OLG Koblenz, das ausführt, dass Grundschulkinder flexibel betreut werden müssen. (AZ: 9 WF 50/01).

Ist ein Klassenfahrt bereits lange geplant, muss der Unterhaltspflichtige für sein Kind keinen zusätzlichen Unterhalt zahlen, da es sich nicht um eine unvorhersehbare Belastung handelt. OLG Hamm (AZ: 10 UF 178/99).

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